Kita Schlumpfenland
ASB Ortsverband
Neustadt/Sa. e.V.

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Kita Schlumpfenland

Mit Narro und Butzesel zu einem besseren Leben

Wir lieben es, uns zu verkleiden und in andere Rollen zu schlüpfen. Vor allem in der närrischen Zeit und erst recht zu Faschingsdienstag seht ihr uns in den tollsten Kostümen herumtoben, leckere Pfannkuchen essen und ausgelassen tanzen. Aber was feiern wir eigentlich zu Fasching? Mit Willi Wetzel reisten wir in der ersten Winterferienwoche im Pantoffelkino nach Villingen, einer großen Stadt in Süddeutschland. Dort vertrieben sie mit besonderen Kostümen (Narro, Butzesel, Wuescht, Hexe u.a.) die bösen Geister des Winters, um dem Frühling Platz zu machen. Willi fragte nach der Bedeutung der Fastnacht und erfuhr, dass es der Abend vor der vorösterlichen Fastenzeit sei. Zu Fasching, dem Fastenschank, wird noch einmal so richtig gegessen, getrunken und gefeiert, bevor man zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag 40 Tage lang Verzicht übt. Er erfuhr, dass sich nicht alle Narren an die Tradition der Fastenzeit halten. Was ist Fasten? Ist das auch was für uns Kinder? Wir philosophierten darüber. Auf was können wir verzichten? Auf Spielzeug, Süßigkeiten, Tablet, Plastik, Schimpfwörter, Streiten und vieles mehr. Was bringt uns dazu, die Regeln einzuhalten? Die Angst vor Strafen oder weil das Einhalten der Regeln für alle ein entspanntes Zusammenleben ermöglicht? Was haltet ihr vom Laienbruder Jakob aus dem Zisterzienser-Kloster Maulbronn, der in der Fastenzeit unverhofft zu einem guten Stück Fleisch kam und, weil er dieses trotz Fleischverzicht nicht verkommen lassen wollte, die Maultaschen erfand? Ist er ein Betrüger? War es falsch von ihm, die Regeln zu brechen? Übrigens schmecken Maultaschen total lecker, wenn man sie in Butter schwenkt. Wir haben welche zubereitet mit selbstgemachtem Teig und Füllung, in der Wurstbrät und Hackfleisch versteckt waren. Warum fastet man? Frau Klaus, die u.a. die Christenlehre in Langenwolmsdorf und Lauterbach anleitet, zeigte uns die örtliche Kirche und erläuterte uns anschließend, dass es jeweils vor Weihnachten und Ostern eine Fastenzeit gibt, in der sich Christen auf die hohen Feste vorbereiten. Dabei versuchen sie mit sich selbst ins Reine zu kommen und ein gottgefälliges, gutes Leben zu führen. Frau Klaus zeigte uns ein Kinderfastentuch, dessen Bilder die Passions-, d.h. Ostergeschichte erzählen. Sie regen zum Nachdenken über sich selbst und sein Verhältnis zu anderen Menschen an Welche Versprechen kann oder will ich nicht einhalten? Welche Verletzungen, welche Gewalt musste ich aushalten oder habe ich anderen angetan? Welchen Vorurteilen bin ich begegnet oder welche habe ich selbst? Wo stehe ich in der Gemeinschaft oder wo dränge ich andere hin? Aus welchen unscheinbaren Dingen und kleinen Anlässen kann etwas Großes und Schönes entstehen? Das sind Fragen, die man sich stellen kann bzw. sollte, auch wenn man nicht christlichen Glaubens ist. Darüber nachzudenken hilft dabei, seine Gedanken zu ordnen und zu reinigen. Hinter dem Heilfasten liegt eine ähnliche Idee. Mit dem Verzicht auf bestimmte Speisen und dem Genuss ausgewählter Lebensmitteln kann man sich selbst entgiften, d.h. reinigen. Wir probierten verschiedene Rezepte für aromatisiertes Wasser aus. Dafür schnitten wir Obst, Gemüse und Kräuter und übergossen alles mit Wasser. Wer mit seinen Gedanken und seinem Körper im Reinen ist, fühlt sich besser. Anderen etwas Gutes zu tun, hilft auch dabei. Wir verschenkten selbst gebastelte Papierblumen. Die Hortkinder aus Langenwolmsdorf