Kita Schlumpfenland
ASB Ortsverband
Neustadt/Sa. e.V.

Kommende Termine

Kita Schlumpfenland

Von der Zauberkraft der Kräuter und Schafen aus Spanien

Pflanzen waren seit jeher wichtig für uns Menschen. Sie sind sehr vielseitig. Aus ihren Fasern kann man Seile flechten und Stoffe weben. Pflanzenöle können als Brennmittel in Lampen eingesetzt werden. Man kann mit ihnen färben. In der Kosmetik finden sie Einsatz. (Wir stellten selber Kräuterseife her.) Als Beigabe zu Nahrungsmitteln sind sie schmackhaft. Im Kleinbauernmuseum Reitzendorf lernten wir das einfache Leben einer Familie kennen. Zu fünft (Mutter, Vater und drei Töchter) bewohnten und bewirtschafteten sie einst den Dreiseitenhof. Im Garten der Familie sammelten wir Kräuter und rührten damit Quark und Frischkäse an. Auf dem frischen Brot schmeckten sie ganz lecker. Vielen Dank an die Mitarbeiter des Kleinbauernmuseums für den informativen Vormittag. Wir sind auf den Geschmack gekommen und bereiteten selber Kräuterbutter zu. Lecker! Pflanzen besitzen Heilkräfte. Von jeher nutzte man diese. Thymiantee hilft z.B. bei Erkältung (auch wenn er nicht jedem von uns schmeckte). Im 8. Jahrhundert erließ Kaiser Karl der Große einen Erlass („Capitulare de villis), in dem der Anbau bestimmter Pflanzen auf seinen Landgütern gefordert wurde – Thymian, Minze, Melisse, Liebstöckel, Majoran, Salbei, … Der Kaiser war ein Befürworter der Pflanzenmedizin. In der Folge wurde sie zur Volksmedizin. Nach und nach entwickelte sich ein neuer Beruf – der des Apothekers. (Übrigens die Löwenapotheke in Stolpen wurde gleich Anfang des 18. Jahrhunderts gegründet.) Wer sich den Gang zum Apotheker nicht leisten konnte, ging zur Kräuterfrau. Nicht immer konnte man sich deren Tun erklären. Manchem war es unheimlich. Viele Kräuterfrauen wurden als Hexen verschrien und verfolgt. Dies haben wir in der vorhergehenden Ferienwoche (zum Thema des 17. Jahrhunderts) erfahren. Menschen, die halfen, die in der Not Linderung verschafften, wurden dafür gestraft. Zum Glück änderte sich das bald. Immer mehr Menschen lernten lesen. So erschloss sich ihnen auch das niedergeschriebene Wissen über Kräuter. Ab dem 18. Jahrhundert wurden die Pflanzen und deren Wirkstoffe durch die Naturwissenschaften, die zunehmend an Bedeutung gewannen, systematisch erforscht. Mit der Entstehung der Pharmakologie (Arzneimittellehre) verschwand jedoch zunehmend das Volkswissen über die Kräuterheilkunde. Oder wisst ihr welches Kraut gegen Insektenstiche hilft? Spitzwegerich! Ein Blatt zerknüllen und dann damit über den Einstich rubbeln. Dies hilft gegen den Juckreiz. Das glaubt ihr nicht? Probiert es doch mal aus. Es ist lohnenswert, das alte Wissen über die Kräuter „zurückzuholen“ und wieder zu nutzen.
Wisst ihr, warum die Schafgarbe Schafgarbe heißt? Schafe wälzen sich gern darin und fressen sie. Warum machen sie das? Vermutlich tun sie dies instinktiv. Schafgarbe wirkt wundheilend und verdauungsstärkend. 1765 staunten die Menschen in Stolpen wahrscheinlich nicht schlecht. Eine ganze Herde spanischer Merinoschafe (230 Tiere) zog ein. Es war ein Geschenk des spanischen Hofes. Maria Amalia von Sachsen, deren Gatte Karl III. auf dem Thron saß, war eine Enkelin August des Starken. Man begann mit der Schafzucht nicht, weil es hier so viel Schafgarbe gab, sondern um die Menschen mit Fleisch, Wolle, Milch usw. zu versorgen. Um Sachsen zu schwächen, hatte Friedrich II. nach dem Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) 40.000 Schafe nach Preußen treiben lassen. 1778 richtete man im Kammergut in Rennersdorf die Staatschäferei des Kurfürstentums Sachsen ein. Wir besuchten das Gut. Leider konnten wir es nur von außen besichtigen, denn seit fast 30 Jahren liegt es in einem Dornröschenschlaf und wird nicht mehr genutzt.
Die Hortkinder aus Langenwolmsdorf