Mehrgenerationenhaus Sächsische Schweiz
ASB Ortsverband
Neustadt/Sa. e.V.

Kommende Termine

Mehrgenerationenhaus Sächsische Schweiz

Ungerhüttenwaldabenteuer

Ein Experiment mit ungewissem Ausgang

Das Sommerferienprogramm des ASB Mehrgenerationenhauses Neustadt/ Sa. startete in diesem Jahr mit einem Novum. Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Herkunftsländern sollten in einem Waldprojekt mit der Natur und anderen Kulturen in Kontakt treten dürfen. Dabei war im planerischen Vorfeld ungewiss, ob sich junge Menschen dafür begeistern lassen. Bestehen Hemmnisse, sich drei Tage in eine Umgebung zu begeben, wo viele Annehmlichkeiten unseres Alltags fehlen? Sind sie bereit auf Duschen und Internet zu verzichten? Und besteht überhaupt Interesse, mit geflüchteten Jugendlichen die Freizeit zu verbringen? Sie waren es. Mehr noch. Vielen Interessierten musste aufgrund begrenzter Platzmöglichkeiten abgesagt werden. Neben Schülerinnen und Schülern aus Neustadt, Stolpen und der Umgebung waren ... Jugendliche aus Afghanistan und Syrien dabei. Nach einer gemeinsamen Wanderung bzw. Radtour zur Ungerhütte galt es, sich zu orientieren, gemeinsam Essen zuzubereiten und die Umgebung zu erkunden.
Bei den Wanderungen durch die Sächsische Schweiz und einer Schlauchbootfahrt auf der Elbe gab es viele Gelegenheiten einander kennenzulernen, Spaß zu haben und Erlebnisse auszutauschen. Hier wurde auch für einige das erlebte Leid von Kindern bzw. Jugendlichen auf der Flucht, vor Gewalt, Krieg und Verfolgung bewusst. Bei Gesang, Tanz und Lachen am Lagerfeuer fielen dann die Erfahrungsunterschiede kaum noch auf.
Am Ende waren sich alle einig: Die Zeit war zu kurz und der Abschied zu früh. Telefonnummern wurden ausgetauscht und Wiedersehensversprechen gegeben. Wenn Unterschiede zur Nebensache werden, kann Integration gelingen. Knapp 30 junge Menschen haben es eindrucksvoll demonstriert. Wir danken der Kinder- und Jugendstiftung mit dem Projekt „Salvete – Toleranz. Möglich. Machen!“ für die finanzielle Unterstützung. Ebenso wollen wir Frau Merker vom Projekt „Hier bewegen wir“ der Aktion Zivilcourage für den inhaltlichen Einstieg in das Projekt danken.