In welchem Jahr leben wir eigentlich?
Genau so könnte die Frage eines Betroffenen aussehen. Heute ist der 29. – September, oder Oktober? Und welches Jahr schreiben wir? Schleichend treten die Symptome eines an Demenz erkrankten Menschen auf, häufig werden diese spät erkannt. Am 06.10.2015 fand unser erster ASB-Alzheimertag im Neustädter MehrGenerationenHaus statt. 50 Interessierte und teils Betroffene haben sich von unseren Referenten und an den Ständen des ASB, der KISS und Malteser informieren lassen.
Eröffnet hat ASB-Geschäftsführer Herr Penther den Nachmittag. Mit diesem Tag werde „ein Traum wahr“. Auch auf Grund persönlicher Erfahrungen wäre in ihm und dem ASB OV Neustadt/Sa. e.V. schon lange der Wunsch da gewesen etwas zu tun um Betroffene und Angehörige zu unterstützen und das Thema „Demenz“ in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Dieser Wunsch erschuf auch das Kompetenzzentrum Demenz, durch welches der 1. ASB-Alzheimertag veranstaltet wurde.
Frau Denzig erläuterte die regionale Situation und Bedarfe vor dessen Hintergrund das Kompetenzzentrum Demenz entstanden ist und stellte die Arbeit darin vor. Zu den Angeboten zähle auch die heutige Veranstaltung.
Direkt zur Demenzerkrankung berichtete Herr Dipl.-Psych. Werner zunächst aus seinen langjährigen Erfahrungen und Wissensschatz. Angefangen von Alois Alzheimer, dem Entdecker der Erkrankung, über die verschiedenen Demenzstadien und nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten erklärte er lebhaft und praxisnah mit welchem Umgang in einzelnen Situationen das Verhalten und Wohlbefinden der von Demenz erkrankten Personen positiv beeinflusst werden kann. Unter anderem zeigte er dazu einen Film, was alles beim Anreichen von Nahrungsmitteln beachten werden sollte.
Frau Klinger vom DPBV gab im Anschluss noch einmal einen systematischen Überblick über Entstehung und Verlauf der Demenz mit den verschiedenen Symptomen. Zur Verdeutlichung zeigte sie einen eindrucksvollen Ausschnitt eines Dokumentarfilms, in dem eine demenzkranke Frau ihren Mann und Sohn nicht mehr erkennt. Frau Klinger ging dabei auch auf die Angst vor der Demenzerkrankung ein. Sie berichtete aus ihren Erfahrungen in der Dresdner Beratung von Angehörigen von Menschen mit Demenz sowie Betroffenen und machte deutlich, wie wichtig es ist, Hilfe und Unterstützung anzunehmen.
Als abschließende Referentin klärte Frau Kühnel vom Notariat Neustadt über Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung auf und ging dabei professionell auf die vielen Fragen der Teilnehmer ein.
Dieser sehr erfolgreiche und gut besuchte Nachmittag in angenehmer Atmosphäre bei Kuchen, Brötchen und Keksen wurde allseits sehr gelobt, sodass die nächste Veranstaltung bereits in Planung ist.