Jeder kann sich an seine Kindheit erinnern, wie aufregend es vor dem Weihnachtsfest war. Wird der Weihnachtsmann mir meinen Wunsch erfüllen? Nach Dummheiten und missglückten Experimenten gaben die Erwachsenen den drohenden Hinweis auf den Weihnachtsmann, der ja ALLES sieht, ein Fernrohr hat und Wichtel. Dem Blick entkommt niemand. In meinem Kindergarten gab es ein goldenes und ein schwarzes Buch. Hier wurde alles dokumentiert, nichts konnte vergessen werden. Und heute?
Es ist immer noch aufregend. Da konnte das leckere Weihnachtsbuffet nur wenig ändern. Ein Mädchen in der großen Gruppe war so aufgeregt, dass sie früh in die Garderobe brach. Mit Einfühlungsvermögen und Erfahrung hatte ihre Erzieherin es geschafft, zu beruhigen, nicht zu bagatellisieren und sie genügend Lösungswege finden lassen. Als es dann klopfte, ging sie freiwillig an die Tür, um dem Weihnachtsmann zu öffnen. Es wurden sogar „ Freundschaftsbilder“ gemacht.
Eines der größeren Krippenkinder weigerte sich auf das Töpfchen zu gehen. „ Nein, das will ich nicht!“ war seine Antwort. Nach dem Frühstück gab so eine Art Alarmübung. Eine Kollegin klopfte an die Tür, kam ins Zimmer. lief und redete wie ein Weihnachtsmann. Dann fragte der „Weihnachtsmann“ die Gruppenerzieherin ob sie immer lieb gewesen sei und ob sie ein Lied kann. Alles lief wie im Bildbuch. Dann sprach dieser Ersatzweihnachtsmann/ die Erzieherin mit dem Kind über das Töpfchen und wie der Weihnachtsmann sich freut, wenn er hört“ … du gehst aufs Töpfchen.“ Der Weihnachtsmann kam dann auch und es gab dieses Gespräch unter Männern. Später saß der Junge auf dem Töpfchen und machte sich/ uns/ dem Weihnachtsmann die Freude in Klein und Groß! Es gab Telefonat mit dem Weihnachtsmann und der Junge erzählte von seinem Erfolg. Oh, war das eine Freude beim Weihnachtsmann und auch der Junge freute sich. Diese freudige Botschaft bekam jeder Mitarbeiter zu hören und der Junge konnte jedes Mal seine Freude teilen.
Ist es pädagogisch wertvoll den guten Alten in die Erziehung einzubeziehen? Ich bin mir sicher, der Junge hat heute eine Jahresproduktion an Endorphinen ausgeschüttet. Alles ist an positive Gefühle geknüpft und es ist eine gute Erfahrung für den Jungen.
Heute hatten wir einen Kollegen mehr im Kindergarten. Danke Weihnachtsmann!
Wir wünschen allen eine schöne Weihnacht und eine gute Portion Endorphine!