Kita Kleiner Bahnhof
ASB Ortsverband
Neustadt/Sa. e.V.

Kita Kleiner Bahnhof

Neues aus dem kleine Bahnhof

Im Kindergarten erleben wir die tollsten Situationen, die aus Missverständnissen in der Kommunikation entstehen. Geübte Ehepaare stimmen mir sofort zu, zwischen
Sagen / Meinen und Hören / Verstehen
liegen Welten.
Kinder zeigen uns unsere Ungenauigkeit, Wörter nicht nach dem Sinn zu nutzen. „ Bitte esst den Teller auf.“ oder „ Streich deine Füße ab.“ sind Klassiker, sind hoffentlich im Kindergarten kaum noch zu hören.
Bei uns gehen die Großen gerade zur Vorschuluntersuchung. Eine Aufregung herrscht nicht nur bei den Eltern, auch die Kinder berichten von dieser bestandenen Prüfung. Mit leuchtenden Augen erzählen sie uns und den anderen Kindern: „ Ich darf in die Schule gehen!“
Am Ende der Vorschuluntersuchung sagt die Ärztin zu Tim: „ Du alles super gemacht. Du darfst jetzt in die Schule gehen!“ Tim´ s Augen werden groß, er reißt die Arme hoch, nickt der Ärztin zu und vergewissert sich: „ JETZT!“ Er wäre sofort losgegangen, denn was bedeutet, jetzt, sonst?

Akustische Störungen und großes Vertrauen zur Erzieherin

Ein Junge ist Mittagskind, hat noch viel Zeit und fragt die Erzieherin, ob er was tun könnte. “Ja, hol bitte den Eimer und den Lappen, du kannst die Tische wischen.“ Der Junge kommt kurze Zeit später aus dem Waschraum mit Eimer und läuft am Zimmer vorbei. „Wo willst du hin?“ fragt die Erzieherin. Der Junge schaut ungläubig und antwortet:“ Aber du hast doch gesagt, ich soll die Küche wischen! “
Was wir sagen ist Gesetz. Deutlich in der Krippe zu spüren, wenn die Bärbel was sagt, gilt dies auch zu Hause. Zumindest wollen die Kinder das so. Hiermit entschuldigen wir uns für alle Grundsatzdiskussionen mit den Kleinen. Ja, sie können dabei ausdauern sein!

Kindliche rhetorische Finessen oder wenn einer was will und der andere nicht

Jungen spielen zusammen, ein Mädchen kommt dazu und fragt:“ Kann ich mitspielen?“ „Nein!“ „ Warum nicht?“ „Weil hier nur Männer spielen, in unserer Welt gibt’s nur Männer.“ „ Aber ihr braucht Frauen, woher kommen denn sonst die Kinder!“ „ Wir haben ein Baby, aber die Mutter ist schon tot!“
Ende der Diskussion. Das Mädchen geht, es ist alles geklärt. Die Erzieherin im Zimmer hat sich nicht gerührt, den Kopf nicht gehoben oder sonst wie gezeigt, dass ihre Aufmerksamkeit bei diesem Gespräch ist. Für jedes gute Spiel ist es störend, wenn Kinder sich beobachtet fühlen. Sie verändern ihr Verhalten. Dies soll gelegentlich auch bei Erwachsenen beobachtet worden sein.
Als uns die Kollegin diese Geschichte erzählt, müssen alle lachen und gleichzeitig sind wir stolz auf unsere Kinder. Die Einhaltung von geschlechtsspezifischen Zeiten so friedlich zu lösen und nur über den Inhalt zu regeln, ist ihnen toll gelungen.
Eine Kollegin gluckst wieder los und fragt: „ Was denkt ihr, war das Baby ein Mädchen oder ein Junge?“


Unser Wasserschaden im Haus ist fast trocken gelegt. Sonst geht es uns gut. Wir hoffen Ihnen auch, in diesem Sinn wünsche ich allen, einen goldenen Herbst.

Ina Hentschel
Einrichtungsleiter